Im Süden Münchens arbeiten Luft- und Raumfahrt auf engem Raum: Airbus Defence and Space in Taufkirchen und Ottobrunn, MTU Aero Engines im Münchner Norden, das DLR in Oberpfaffenhofen, die Luft- und Raumfahrtfakultät der Technischen Universität München auf dem Ludwig Bölkow Campus. Dazu kommen junge Unternehmen für Satelliten, Trägersysteme und unbemannte Flugsysteme, die in wenigen Jahren von der Entwicklung in die Fertigung gewachsen sind.
Für die Personalsuche heißt das: Fachkräfte mit Luftfahrterfahrung sind in der Region vorhanden, aber umworben. Wer eine Position besetzen will, konkurriert mit Konzernstandorten um dieselben Prüfer, Monteure und Supply-Chain-Spezialisten. Zwei Dinge entscheiden dann: wie klar die Aufgabe beschrieben ist, und ob Wechsler aus anderen Branchen zugelassen werden.
Wechsel aus der Automobilindustrie
Wer aus der Automobil- oder Elektronikindustrie kommt, bringt Serienreife, Qualitätsdenken und Lieferkettenerfahrung mit. Der Wechsel in die Luftfahrt gelingt, wenn drei Punkte vorab geklärt sind:
- Dokumentationstiefe: Jede Baugruppe ist rückverfolgbar, jede Abweichung wird dokumentiert und freigegeben. Das ist mehr Papier als in der Serie, und das muss die Person wollen.
- Stückzahlen: Hunderte statt Hunderttausende. Wer Taktzeiten gewohnt ist, muss sich auf Sorgfalt pro Stück umstellen.
- Normenwelt: EN 9100 statt IATF 16949, bei Software DO-178C statt ISO 26262. Die Logik ist verwandt, die Begriffe sind andere. Wir prüfen im Gespräch, ob die Person den Übertrag schafft.
Umgekehrt gilt: Für Positionen mit Sicherheitsüberprüfung oder Exportkontrolle filtern wir früh. Ein Kandidat, der die formalen Voraussetzungen nicht erfüllen kann, kostet beide Seiten Zeit.